Twitter im Wahlkampf – Fluch oder Segen?

ewusstsein verfolge. Und gleichzeitig ist es die Erste, die ich mit einem gewissen Medien-Fachwissen beobachte. Dementsprechend habe ich mich von den Tweets der Politiker*innen, Journalist*innen, Promis und "Normalbürger*innen" nicht nur berieseln lassen, sondern habe mir auch den ein oder anderen Gedanken darüber gemacht, wie sich dieses im Wahlkampf so zentrale Medium auf diesen auswirkt.

„ich kann es mir nicht leisten, die Grünen zu wählen“

Am Dienstag habe ich mir die Sendung "Am Tisch mit Annalena Baerbock: Zuschauer fragen – die Kanzlerkandidatin antwortet" auf RTL angeschaut. Darin fiel ein Satz, den ich nicht unkommentiert stehen lassen möchte: "Ich kann es mir nicht leisten, die Grünen zu wählen." Die Partei hat in diesem Wahlkampf einige Fehler gemacht und es gibt sicherlich legitime Gründe, sie nicht zu wählen – aber das ist keiner!

Über Qualitätsjournalismus und schlechte Werbung: Meine Meinung zur INSM-Kampagne

Über Qualitätsjournalismus und schlechte Werbung: Meine Meinung zur INSM-Kampagne

Die INSM ist eine Lobbyorganisation, die von Industrieverbänden finanziert ist und damit die Interessen von Volkswagen, Daimler, BMW, Siemens AG, Bosch, Audi und vielen weiteren Unternehmen vertritt. Vielen weiteren Unternehmen, die ganz offensichtlich fürchterliche Angst vor einer grünen Kanzlerin haben. Die INSM hat Ende letzter Woche Werbeanzeigen in diversen Nachrichtenportalen und Printmedien platziert. Diese zeigen die grüne Kanzlerkandidatin, Annalena Baerbock, als eine Art Mose. Daneben – was sonst – Steintafeln mit den legendären grünen Verboten. Übersehen mit den Sätzen "Annalena und die 10 Verbote" und "warum grüne Verbote uns nicht ins gelobte Land führen." Als jemand, die sich seit 4 Jahren Vollzeit mit Medien beschäftigt, die gerade in dieser Zeit des Bundestagswahlkampfs großes Interesse an politischer Kommunikation gefunden hat und ja, zugegebenermaßen auch als Baerbock-Fan, kann ich diese Kampagne nicht unkommentiert stehen lassen.