Mein Senf zu den diesjährigen Weihnachtswerbespots | Penny, Aldi & Edeka

Ich hatte für heute eigentlich einen Blogbeitrag zum Thema Klausurvorbereitung mit dem Produktivitätstool „Notion“ geplant, dachte mir dann aber „ne, das ist nicht das richtige Thema für den 4. Adventssonntag.“ Es sind nur noch 6 Tage bis Weihnachten und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin dieses Jahr irgendwie noch so gar nicht in Weihnachtsstimmung. Deswegen tut es mir und euch bestimmt ganz gut, sich jetzt mal kurz nicht mit Uni und Produktivität, sondern mit Christmas-Content zu beschäftigen.

Ich bin ein großer Fan von den jährlichen Weihnachtswerbespot der bekannten Supermärkte und Discounter. Aus persönlicher Sicht, schaue ich mir solche hochwertig produzierten clips mit emotionaler Message einfach super gerne an. Aus Marketeersich muss ich allerdings sagen, dass mir dabei manchmal so ein bisschen der Bezug zum Unternehmen fehlt und ich mich frage, inwiefern sich das wirklich auf die Reputation und dann indirekt auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Ich persönlich war beispielsweise noch nie bei Edeka, obwohl ihr Video #heimkommen von vor 6 Jahren zu mein All Time Favorite Werbespots gehört. Ich habe das Gefühl, beim Lebensmitteleinkauf sind es andere Faktoren, die entscheidend sind, wie unter anderem die räumliche Nähe und die Preise – weniger die Frage, ob mich deren Weihnachtsvideo emotional gecatched hat oder nicht.

Nun besteht meine Aufgabe heute allerdings nicht darin, Unternehmen zu beraten, wie sie ihr Werbebudget ausgeben, sondern mich an den Ergebnissen zu erfreuen. Who am I to judge, aber hier mein persönliches Ranking dieses Jahr:

3. Penny | „Der Wunsch“

In dem Weihnachtsspot von Penny geht es dieses Jahr um den Weihnachtswunsch einer Mutter, der daraus besteht, dass ihr Sohn seine Jugend ohne die Einschränkungen durch die Pandemie erleben kann. Ich finde das Video von der Umsetzung her super – was die Kameraeinstellungen, Schnitte, Szenen, Musik usw. betrifft, wüsste ich nicht, wie man das hätte besser machen können. Ich habe auch mitbekommen, dass der Spot in der Branche auf sehr viel Begeisterung gestoßen ist. Aber irgendwie – und das ist nur mein persönliches Gefühl – irgendwie hat die Message für mich einen bitteren Beigeschmack. Im Grunde ist sie richtig – ich glaube wir wünschen uns alle das „normale Leben“ zurück. Aber ich kann mir dieses Video nicht anschauen, ohne mich zu fragen wie sich jemand dabei fühlt, der oder die das sieht und selber in einem ganz anderen Ausmaß unter der Pandemie gelitten hat. Menschen sterben, Menschen verlieren Angehörige, Menschen arbeiten sich in den Burnout – was sind dagegen 2 Verlorene Jahre der Jugend?! Natürlich hat jede*r das Recht über verpasste Parties und sonstige Erlebnisse individuell zu trauern – ich halte gar nichts davon, sich nicht schlecht fühlen zu dürfen, weil es wem anders ja so viel schlimmer geht – aber ist das wirklich der Aspekt der Pandemie, den man sich herauspickt, um ihn in einem Werbespot mit solcher Reichweite anzusprechen? Die Auswirkungen der Isolation auf die Psyche möchte ich hiermit auf keinen Fall herunterspielen – aber wenn es hier wirklich um das Thema Mental Health gehen sollte, hätte man das meiner Meinung nach anders umsetzen und nicht nur so unterschwellig thematisieren können. Vielleicht verstehe ich es auch einfach nicht, weil ich nicht so die Partymaus bin und mich mit dieser Lockdownsituation in gewisser Weise ganz gut arrangieren konnte. Deshalb würde mich eure Meinung zu diesem Spot ganz besonders interessieren!

2. ALDI Süd | Heilige Nachtschicht

In der Umsetzung genauso stark finde ich den diesjährigen Spot von ALDI, der mich von der Thematik her auf jeden Fall mehr gecatched hat. Es geht darin um einen alleinerziehenden Vater, der in der Weihnachtsnacht die Schicht als Straßenbahnfahrer übernehmen muss. Eine Lebensrealität für Tausende von Menschen, die jedes Jahr arbeiten während alle anderen feiern, nur um das System irgendwie am Laufen zu halten. Etwas, was man sich vor Augen führen sollte, wenn man sich an den Feiertagen über Kleinigkeiten beschwert.

1. Edeka | der Regentropfen, der eine Schneeflocke werden will

Der diesjährige Weihnachtsspot von Edeka läuft unter dem Motto „Wir haben die Welt verändert. Zeit uns zu verändern. #nachhaltigerleben.“ Es geht darin um einen Regentropfen, der zur Schneeflocke werden will und dazu sogar auf eine Schneeakademie geht. Trotz aller Bemühungen kommt er wieder als Regentropfen auf der Erde an und landet an der Fensterscheibe einer Familie, die gerade Weihnachten feiert. Niemand bekommt es mit, außer die Tochter, die sichtlich bedrückt ist. Dieses Detail spiegelt ein Gefühl wieder, was ich und wahrscheinlich sehr viele andere dieses Jahr häufiger hatten – das Gefühl, „die einzige“ zu sein, die den Klimawandel sieht und hinnehmen zu müssen, dass die (meisten) Älteren offensichtlich andere Prioritäten haben. Edeka hat dieses wichtige Thema sehr gut umgesetzt, wie ich finde – wenn sie dieses „Zeit uns zu verändern“ ernst meinen, umso besser… aber ich wollte ja nicht die Übereinstimmung der Clips mit der restlichen Unternehmensstrategie kommentieren, von daher lassen wir das 😉

Schreibt mir eure Meinung zu den Weihnachtswerbespots gerne in die Kommentare! Und damit wünsche ich euch schöne Feiertage 🙂

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