Wieso man regelmäßig zum Zahnarzt sollte & Tipps für den Umgang mit Schmerzen

Long Time no Blogpost, ich weiß. Die letzten Wochen haben mich etwas aus meiner Routine geschmissen. Um jetzt aber wieder reinzukommen, dachte ich, ich starte mit einem kurzen Life Update inklusive meiner Learnings.

Aber mal ganz von vorne: Nachdem ich mich Monate lang mit Nacken- und Verspannungskopfschmerzen rumgequält habe, bin ich irgendwann auf die Idee gekommen, dass das vielleicht mit meinen Zähnen zu tun haben könnte. Ich war mir nicht sicher, aber hatte die Vermutung, dass ich die nachts aufeinanderpresse und/oder knirsche. Von dieser amateurhaften Selbstdiagnose bis zur Vereinbarung eines Zahnarzttermins vergingen weitere Monate. Es waren zu dem Zeitpunkt auch bereits knapp 3 Jahre vergangen, seit sich das letzte Mal jemand Professionelles meine Beisserchen angeschaut hatte. Ich hatte noch keine*n Zahnarzt*Zahnärztin hier in Köln, hasse Zahnarztbesuche, weil ich eine sehr eingeschränkte Kieferöffnung habe und bin naiverweise davon ausgegangen, dass das alles nicht so dringend wäre. Immerhin war ich davor auch mal 3 Jahre nicht zur Kontrolle und da war auch alles gut.

Irgendwann waren die Nackenschmerzen aber dann so schlimm, dass der Zahnarztbesuch wie die einzige Möglichkeit zur Erlösung schien. Ich öffnete Doctolib, gab meine Postleitzahl ein und buchte einen Termin, bei der ersten Zahnärztin, die mir auf dem Bild sympathisch schien – so sollte man seine Ärzt*innen nicht auswählen, aber ich hatte in dem Fall sehr, sehr, sehr viel Glück. So spazierte ich Anfang Oktober in die Praxis, dachte wir machen einen Abdruck, ich bekomme meine Schiene und alles ist gut. Spoiler: Sieben Termine später, ich habe noch immer keine Schiene und die Nackenschmerzen sind mein kleinstes Problem.

Es stellte sich nämlich heraus, dass meine zwei hinteren Zähne derart von Karies befallen sind, dass das mit einer normalen Füllung nicht mehr gefixxed werden kann. Ich bekomme also zwei Kronen – ja, mit 23. Ich weiß, dass das keine Glanzleistung ist und ärgere mich sehr, weil ich weiß, dass es vermeidbar gewesen wäre. Dennoch teile ich das ganz bewusst, in der Hoffnung, dass jemand, dem es ähnlich geht, das liest und versteht, dass sowas einfach passieren kann – in jedem Alter.

Ich habe seitdem die ein oder andere Wurzelbehandlung durch und hoffe gerade einfach nur darauf, dass die Zahnerhaltung gelingt, die Kronen dann eingesetzt werden und dann auch irgendwann meine Knirschschiene angefertigt werden kann. Zahnschmerzen sind mittlerweile mein täglicher Begleiter, ich kann nicht auf der linken Seite kauen und presse meine Zähne nachts mehr als je zuvor zusammen. Auch, wenn es Schritt für Schritt besser wird, wird es mindestens noch 8 Wochen dauern, bis die Kronen eingesetzt werden und sich damit alles wieder normalisiert. Jetzt 8 Wochen in Selbstmitleid zu versinken und meinen Alltag von den Schmerzen dominieren zu lassen, ist natürlich keine Option. Ich habe meine Lektion gelernt und werde ab sofort regelmäßig Kontrolltermine wahrnehmen, aber an der aktuellen Situation meiner Zähne kann ich nichts ändern. Ich kann nur ändern, wie ich damit umgehe – und da habe ich für mich mittlerweile einen ganz guten Weg gefunden.

1. Ausprobieren

Mein erster Tipp wäre, herumzuprobieren, was einem hilft. Dabei meine ich nicht, dass ich versuche mir meinen entzündeten Zahnnerv mit Hausmitteln zu behandeln – eine solche ultimative Lösung werde ich zuhause nicht finden. Vielmehr meine ich damit, nach Mitteln zu suchen, die die Beschwerden zumindest für den Moment etwas lindern. Ich hab alle möglichen Tees ausprobiert, mit Kamillenextrakt und Kokosnussöl gespült, CBD genommen und verschiedene Mundspülungen und Zahnpasten ausprobiert. Damit bekomme ich das Ganze zumindest kurzfristig beruhigt. Was mir aber noch viel mehr geholfen hat, ist in meiner Wangen und Kiefermuskulatur nach Triggerpunkten zu suchen und die zu drücken – damit bekomme ich wenigstens die Verspannungsbedingten Schmerzen etwas in den Griff. Generell sind Triggerpunkte – das sage ich auch aus der Erfahrung mit Nacken- und Rückenschmerzen – eine sehr gute Möglichkeit, wie man selber etwas tun kann, ohne dafür eine physiotherapeutische Ausbildung absolvieren zu müssen. Was auch immer die Methode ist, die euch hilft – der Tipp besteht vor allem darin, etwas gegen die Hilflosigkeit zu tun und Wege zu finden, wie man die Situation erträglicher machen kann.

2. Akzeptieren & Schmerz zulassen

Nach Lösungen zu suchen, wie man die Schmerzen reduziert, birgt eine Gefahr – nämlich die, dass man sich nur noch mehr auf die Schmerzen konzentriert und die Verbissenheit gepaart mit ausbleibenden Erfolgserlebnissen zu zusätzlicher Frustration führt. Deshalb ist es wichtig, auch in solchen Phasen die Psychohygiene nicht zu vernachlässigen. Man muss lernen loszulassen und nicht in ständiger Resistenz gegenüber des Schmerzes zu verharren. Dazu gehört auch, den Schmerz zuzulassen, ihm Raum zu geben, sich einzugestehen, dass man gerade nichts dran ändern kann, aber gleichzeitig nicht zu vergessen, dass dieser Zustand temporär ist. Ich weiß, dass es in solchen Zeiten so anfühlt als, wenn es nie wieder besser werden würde, weil man es sich in dem Moment einfach nicht vorstellen kann. Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht sagen, dass es immer auf jeden Fall besser wird, weil ich die Realität solcher Krankheitsbilder nicht negieren möchte. Dennoch, wenn wir hier von sowas wie Zahnschmerzen ausgehen, dann kann man sich auf jeden Fall vor Augen führen, dass die Schmerzen vorübergehend sind. Das ist ein Punkt, der bei chronischen Beschwerden nochmal schwieriger ist – diese Thematik braucht aber nochmal einen ganz eigenen Blogpost. Grundsätzlich kann ich euch für den mentalen Umgang mit körperlichen Schmerzen nur den Youtube-Kanal von Dr. Kim d’Eramo ans Herz legen – besonders ihre EFT-Tappings helfen mir dabei, in solchen Situtationen loszulassen und meinem Körper zu vertrauen.

3. Für Entspannung sorgen

Schmerzen sorgen für Anspannung – das merke ich alleine daran, wie viel Druck ich nachts an meinen Zähnen ablasse. Gleichzeitig verschlimmert Anspannung den Schmerz, es ist also ein echter Teufelskreis. Deswegen besteht ein wichtiger Tipp darin, soweit für möglich für Entspannung zu sorgen. Da hat ja jeder so seine Methoden – meine sind vor allem Meditation, Akupressurmatte, Spaziergänge sowie Duschen und Musikhören. Manchmal führen Schmerzen aber auch dazu, dass ich für sowas wie Mediation gar nicht zugänglich bin. Stattdessen hatte ich in den letzten Wochen häufiger das Bedürfnis mich vor TrashTV zu setzen und berieseln zu lassen – egal was es ist, wenn es dazu führt, dass du kurz den Schmerz vergisst und dich entspannst, dann ist es super.

4. Grenzen setzen

Für Entspannung sorgt man aber nicht nur durch Dinge, die man tut, sondern auch durch Dinge, die man bewusst nicht tut. Es ist immer – aber besonders in Zeiten, in denen man körperlich geschwächt ist – wichtig, Grenzen zu setzen. Dazu gehört auch „nein“ zu sagen. Hierfür empfehle ich eine ehrliche Kommunikation – es macht die ganze Sache wesentlich einfacher, wenn man auf seine Mitmenschen zu geht und offen sagt, wie es einem geht und, dass man deshalb auf bestimmte Dinge keine Lust hat, bestimmte Aufgaben nicht schafft oder sich einfach Zeit für sich nehmen möchte. Der Körper braucht seine Energie, um gesund zu werden und die Dinge zu erledigen, die ihr nicht aufschieben könnt oder wollt – verschwendet sie nicht für Aktivitäten, mit denen ihr anderen einen Gefallen tun wollt, obwohl sie euch in dem Moment nichts Positives geben. Wenn ihr die richtigen Menschen in eurem Umfeld habt, werden sie darauf mit Verständnis reagieren!

5. Für Normalität sorgen

Dieser letzte Tipp ist absolute Typsache. Wenn es euch gut tut, alles liegen zu lassen und euch voll und ganz auf das Gesundwerden zu konzentrieren, dann ist das völlig legitim – ich möchte hier keinesfalls mit irgendeiner Form toxischer Produktivität um die Ecke kommen. Ich persönlich bin jedoch ein Mensch, dem Struktur sehr gut tut. Ich hab erstmal auch 2-3 Wochen gebraucht, als die Schmerzen noch schlimmer waren, um einfach klar zu kommen, mir Ruhe zu gönnen, nur die Dinge zu erledigen, die unbedingt gemacht werden müssen und mir sehr viel Me-Time zu gönnen. Dann kam aber der Punkt, an dem ich das Bedürfnis hatte, zurück in meine Routine zu finden. Ich habe wieder angefangen zu schreiben, zu planen, zu lesen und mich mit anderen Themen als Zähnen zu beschäftigen – und diese Normalität tut sehr gut.

Also Leute, ich bin zurück & hoffe, dieses ganz andere Thema konnte vielleicht dem ein oder anderen helfen. Ab kommenden Sonntag geht es dann mit was Schönerem weiter. Habt einen schönen 3. Advent und knabbert Spekulatius für mich mit!

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